Minimalismus – Wo fange ich an, wann höre ich auf?

Ich darf gar nicht dran denken, wie überfordert ich war, als ich 2014 mit dem Minimalismus gestartet habe.

Du willst ein Bild von meiner Schuhsammlung sehen? Hier bitte sehr:

Holy Cricket, das waren noch Zeiten, ich war einfach süchtig.

Das ist übrigens nur die Hälfte meiner Sammlung, alles in allem waren es 130 Paar. Von den Schuhen auf dem Bild besitze ich übrigens noch 4, und insgesamt sind es heute 18 Paar. Das mag für den einen oder anderen nicht minimalistisch klingen, aber man bedenke, von wo ich komme. 18 Paar sind noch knapp 14% vom Anfangsbestand (Hab ich eigentlich mal erwähnt, dass ich gerne Prozente ausrechne? haha) Und es ist durchaus möglich, dass es noch weniger werden. 10 Paar mit denen ich super zufrieden bin fänd ich sehr schön. Aber nur weggeben um minimalistischer zu sein, ist auf jeden Fall nicht Sinn der Sache, solange man die Sachen noch gerne trägt.

Wenn das allerdings dein Ausgangspunkt ist und du gerade erst anfängst dich mit Minimalismus zu beschäftigen, kann die Menge der Dinge, die du besitzt, geradezu überwältigend sein.

Aus meiner Erfahrung kann ich aber die Methode von Marie Kondo bestätigen, nach der man nach Kategorien aussortieren soll. Dann werden beispielsweise alle Schuhe zusammen getragen (ja, alle, auch die aus dem Auto und die aus der Sporttasche) und aussortiert. Ich würde bei Kleidung und Schuhen grundsätzlich immer nochmal alles anziehen, um zu testen, ob die Sachen bequem sind. Wenn sie nicht bequem sind müssen sie wenigstens scheiße gut an dir aussehen, um weiterhin mietfrei Platz im Kleiderschrank zu klauen. (Im Übrigen habe ich Intuitiv so gehandelt, Marie Kondo habe ich erst viel später entdeckt :D)

Es bietet sich also an, nach Kategorien auszusortieren. Zudem würde ich auch immer wieder mit Kategorien anfangen, an denen nicht viel Herz hängt. Die alten Fotos und Liebesbriefe zuerst durch zu gehen, würde einen nur wahnsinnig frustrieren und letztendlich gibt man auf, bevor man überhaupt angefangen hat, weil man keine Ergebnisse sieht.

Wie wäre es für den Anfang zum Beispiel mit Putzmitteln? Kein Herz hängt an Putzmitteln. Fang doch heute mal an deine Putzmittel zu sortieren. Im übrigen reichen Glasreiniger, Spüli und Essig/Zitronensäure um ungefähr alles sauber zu machen, solange man Zugang zu Wasser hat. Es gibt auf jeden Fall auch natürlichere Alternativen als die Drogeriespülmittel etc. Aber die Chemiekeulen wie Breff, CilitBang und son Gekramse braucht einfach kein Mensch. Und die Umwelt schon gar nicht.

So, wenn die Putzmittel aussortiert sind, geht’s weiter mit Handtüchern.

Dann alte Cremes und Kosmetikartikel (und selbst das fällt einigen schon schwer, aber auch die Sachen sind zum größten Teil nur 12 Monat haltbar. Am besten das Kaufdatum mit drauf schreiben und nach einem Jahr regelmäßig prüfen, ob das Zeug noch nicht gekippt ist. Merkt man am z.B. ranzigen Geruch oder wenn sich plötzlich alle Inhaltsstoffe voneinander lösen)

Kleidung eignet sich auch immer toll zum ausmisten, davon haben wir eh alle viel zu viel.

Bedenke aber immer, das Minimalismus der Weg ist und nicht das Ziel. Ich bin der Meinung, dass ich niemals am Ziel sein werde, weil sich Persönlichkeiten und Geschmäcker einfach ändern, ein Leben lang. Wer weiß ob ich mein Leben für immer in Leggings verbringen werde, oder irgendwann doch wieder Jeans-Fan werde.

Aber, was ich sagen kann, nach 6 Jahren des Minimalisierens findet man nicht mehr viele Dinge beim aussortieren. Ich habe gestern tatsächlich nach langer Zeit mal wieder einen Pullover und ein Kleid gehen lassen. Pullover einfach viel zu unbequem und deswegen nie angezogen und das Kleid war unrettbar gerissen, ich hab noch einen Reparaturversuch gestartet und es ist direkt wieder gerissen -.-

Manchmal wünsche ich mir, dass ich komplett bei Null anfangen darf, komplett neue Garderobe und Möbel. Was vielleicht im ersten Moment komisch klingen kann, aber im Grunde hänge ich an so gut wie nichts von meinem materiellen Besitz. Lediglich eine Kommode und ein Tisch, sowie ein kleiner BohoStyle Spiegel sind mir sehr ans Herz gewachsen. Aber die Kleidung oder den Rest, könnte ich durchaus von heute auf Morgen ersetzen, ohne traurig zu sein.

Hattest du schon mal so ein Gefühl?

Es wäre natürlich durchaus möglich das zu tun, aber auch nicht sehr nachhaltig und dazu gut teuer. Das steht dann wieder allem, wofür ich mich einsetze entgegen 😀 Und unglücklich bin ich mit der derzeitigen Situation ja auch absolut nicht.

Also, was hast du heute Minimalisiert? Noch nichts? Beste Zeit mal deine Putzmittel durchzugehen 😉

Bis bald 🙂

7 Kommentare zu „Minimalismus – Wo fange ich an, wann höre ich auf?

  1. Ich habe, wie wahrscheinlich viele, mit meinem Kleiderschrank angefangen (aber schon vor ein paar Jahren). Und dann nochmal die Klamotten gemacht. Und nochmal. Und nochmal xD Es fällt mir einfach am leichtesten. Dummerweise muss ich jetzt aber nachkaufen, da ich sonst bald nichts mehr habe… Das aber natürlich überlegt und mit Plan 😉

    Putzmittel haben wir auch reduziert ebenso wie Handtücher und Bettwäsche. Mittlerweile bin ich etwa seit zwei Jahren mit dem Minimalismusfieber infiziert, doch sehe es (so wie du) eher als Weg, nicht als Ziel. Und genieße unterwegs immer wieder dieses befreiende Gefühl, wenn ein weiterer Platz frei wird 🙂

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    1. Ich habe auch mit dem Kleiderschrank angefangen 😁 der bot aber auch reeeichlich viel Angriffsfläche zum aussortieren. Ich muss übrigens auch dringend nachkaufen, musste einige Teile weg schmeißen die gerissen sind. Aber das ist dann auch okay. Man kauft ja nicht mehr nur des Kaufens Willen.

      Ich stimme dir voll und ganz zu, das Glücksgefühl, wenn man immer mehr freie Fläche hat, ist nach wie vor enorm 🙂

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  2. Auch ich habe intuitiv nach Kategorien gearbeitet. Bzw. habe ich zunächst nach Zimmer aussortiert und im zweiten Durchgang beschäftige ich mich intensiv mit Kategorien. Aktuell prüfe ich meine Pflegeprodukte auf Notwendigkeit, Nachhaltigkeit und auch nach den Kosten. Es macht Spaß, Alternativen zu testen oder auch festzustellen, dass man das meiste doch eigentlich gar nicht braucht.
    Liebe Grüße
    Biene

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    1. Hallo Biene 🙂
      Stimmt, nach Zimmern aussortieren finde ich auch gut. Und es ist so schön befreiend, wenn ein Möbelstück leer wird, weil man einfach den Stauraum gar nicht mehr braucht.
      Hast du denn schon Gute Alternativen an Pflegeprodukten für dich gefunden? Früher habe ich regelmäßig meine Kosmetik selbst zusammen gebraut mit den entsprechenden Rohstoffen, aber eine gute Creme ist mir leider nicht gelungen, die waren immer zu fettig 😦 Da werde ich beizeiten nochmal neu angreifen.

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      1. Ich habe schon einige Alternativen gefunden. Neuigkeiten dazu findest Du auf meinem Blog unter der Kategorie natürlich, einfach, selbstgemacht. https://meininnerergarten.blog/category/naturlich-einfach-selbstgemacht/
        Gestern habe ich dort aufgezeichnet wie ich meine Haarpflegeprodukte seziert habe. Im nächsten Beitrag geht es um die Zahnpflege.
        Ich will dann zukünftig auch über getestete Hausmittel informieren.

        Mein Tipp für Cremes: Öl! Da hilft es dann zu recherchieren welche Öle für welche Hauttypen geeignet sind. Und mehr braucht die Haut dann schon gar nicht mehr.
        Liebe Grüße und schöne Ostern
        Biene

        Gefällt 1 Person

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