Finanzielle Freiheit

Das ist es, was ich auf lange Sicht anstrebe.

Was ich so verrückt finde ist, dass ich nicht von selbst drauf gekommen bin. Sondern richtig schön, wie die breite Masse, von Gehalt zu Gehalt gelebt habe, mit Sparen zwar, aber immer ohne langfristiges Ziel. Das höchste Ziel war, sich n neues Auto zu kaufen. Immerhin musste ich dafür dann keinen Kredit aufnehmen. Ich fand es zwar schon immer schön, meinen Ersparnissen beim wachsen zuzugucken, aber ohne da einen größeren Sinn hinter zu sehen. Ich bin dann 2014 auch komplett zufällig bei Kleiderkreisel auf den Minimalismus Thread (liebevoll Fred genannt) gestoßen und damit nahm alles seinen Lauf. Wann genau ich das erste Mal auf die finanzielle Freiheit gestoßen bin, kann ich heute aber nicht mehr sagen.

Finanzielle Freiheit bedeutet, dass man aus den Auszahlungen seiner Investments leben kann, ohne auf ein Arbeitseinkommen angewiesen zu sein.

Das erreicht man, sobald die Einnahmen die Ausgaben übersteigen, aus bspw. Dividenden, Mieteinnahmen, Verkäufe eigener einmalig erstellter Produkte (Bücher, Youtubevideos, Werbeeinnahmen).

Wenn ich voll durchziehen kann, und sich keinerlei tiefgreifende Änderungen in meinem Leben ergeben werden, kann ich in ca. 15 Jahren meine monatlichen Ausgaben durch Investments decken. Es wird sich allerdings immer wieder etwas ändern, vielleicht positiv, vielleicht negativ. Man weiß es nicht. Letztendlich kann ich es also auch schon in 10 Jahren geschafft haben, oder erst in 20 Jahren. Oder auch nie. Aber ich habe ein Ziel und versuche es zu erreichen.

Die Alternative dazu wäre, nicht zu sparen und heute alles Geld was ich verdienen auf den Kopf zu hauen, weil man ja auch Morgen tot sein könnte oder? Ich gehe aber lieber davon aus, dass ich Morgen nicht tot bin und freue mich drauf, an meiner finanziellen Freiheit zu arbeiten. Per heute arbeite ich sogar nur 30 Stunden, und werde es nach meinen Berechnungen aber trotzdem schaffen. Ich mag meinen Job und könnte mir absolut nicht vorstellen, nur noch am Strand zum Brathähnchen zu werden. Das kann man immer mal gut 2 Wochen haben, aber danach brennt es mir auch in den Fingern, wieder was sinnvolles zu tun.

Um zu berechnen, wie viel Geld du brauchst, um davon Leben zu können, kannst du als Faustformel deine Jahresausgaben x 25 rechnen. Daraus ergibt sich ein Vermögen, von dem du Leben kannst, wenn du jedes Jahr nicht mehr als 4% entnimmst. Diese 4% entsprechen dann nämlich genau deinen heutigen Jahresausgaben. Bei 4% Entnahme ist die Chance, das ganze Vermögen aufzubrauchen, sehr gering.

Jahresausgaben von 18.000€

18.000*25 = 450.000

450.000*4% = 18.000

Für 450.000€ muss man natürlich einiges sparen und es scheint auf den ersten Blick auch unmöglich, diese Summe überhaupt zu erreichen. Für mich war es trotzdem damals ein Augenöffner, von der 4% Regel zu hören. Ich war nämlich immer fest davon ausgegangen, dass man mindestens 1 Million braucht, um nie wieder arbeiten zu müssen. Es hilft natürlich nicht, die Ersparnisse auf dem Tagesgeldkonto von der Inflation auffressen zu lassen. Du musst das Geld schon sinnvoll Investieren. Geld aufs Tagesgeldkonto packen, zählt nicht als Investment, auch wenn es ja sage und schreibe noch 0.01% Zinsen gibt.

Bevor du jetzt demotiviert den Kopf in den Sand steckst, weil die Summe unerreichbar scheint, denk Bitte immer dran:

Was ist die Alternative?

Die Alternative ist nichts tun. Darauf hoffen, dass der Arbeitsplatz sicher ist. Und dass man nicht nur 400€ Rente bekommt. Davon kann nämlich kaum jemand Leben. Selbst wenn du die finanzielle Freiheit nie erreichen wirst, wirst du ein Gutes Vermögenspolster angespart haben, mit dem du im Alter noch gut Leben kannst. Um dir z.B. eine zusätzliche monatliche Rente auszuzahlen. Oder Mal in den Urlaub fahren zu können.

Und auch wenn du „nur“ so viel sparen kannst, dass du mit 55 oder 60 in Rente gehen könntest, statt erst mit 67 (oder 72, wer weiß wie sich der ganze Spaß noch entwickelt), ist das doch ein lohnenswertes Ziel. Dir werden immerhin 7-12 Jahre Freiheit geschenkt, die ich durchaus erstrebenswert finde. Je früher desto besser. Das bedeutet aber nicht, dass alle Menschen plötzlich mit 35 ihren Job an den Nagel hängen müssen. Sie bekommen aber eine zusätzlich Alternative. Sie können weiter arbeiten, oder aber auch sagen „Nö, den Rest meines Lebens fahre ich nur noch Fahrrad, statt im Büro zu sitzen.“

Ich stelle es mir sehr entspannt vor, wenn man nicht mehr auf den Job angewiesen ist. Man muss sich dann auch nichts mehr gefallen lassen, weil man keine Angst davor hat, durch Jobverlust seine Miete nicht mehr zahlen zu können. Das finanzielle Polster gibt dir Freiheit.

Hast du dich schon mal mit der finanziellen Freiheit auseinander gesetzt? Ist das ein erstrebenswertes Ziel für dich?

Sonnige Grüße und bis bald 🙂

Ein Kommentar zu “Finanzielle Freiheit

  1. Interessante Gedankengänge!

    In 10 oder 20 Jahren oder nie 450.000 Euro zu haben, finde ich als Ziel nicht konkret genug.

    Mir persönlich gefällt es besser, sich einen festen Betrag für das aktuelle Jahr vorzunehmen und auf einem Blatt Papier am Monatsende seine Fortschritte aufzuschreiben und sich darüber zu freuen. Das Ziel sollte realistisch sein. Bei 12.000 Euro pro Jahr sollte man aktuell 4.000 Euro angespart haben. Nennt sich Babysteps.

    Du kannst Deine Sparerfolge auch umgekehrt betrachten: Juchu, 90.000 Euro geschafft! Jetzt kann ich 5 Jahre früher in Rente- bei Deinem Beispiel von 18.000 Euro.

    Viele Grüße von Kerstin

    Liken

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